NAZIAUFMARSCH AM 1. MAI IN NMS VERHINDERN!

Wie bekannt wurde, hat die NPD für den 1. Mai 2012, dem traditionellen internationalen Kampftag der Arbeiter_innenbewegung, einen Aufmarsch in Neumünster angemeldet. Es ist davon auszugehen, dass dies die zentrale Wahlkampfaktion der bisher schwach aufgestellten neonazistischen Partei mit entsprechendem Mobilisierungspotential zur bevorstehenden schleswig-holsteinischen Landtagswahl am 6. Mai 2012 werden soll.

Unabhängig davon, dass die Stadt Neumünster nach eigenen Angaben derzeit die geringen Erfolgsaussichten eines Demoverbots prüft, rufen wir alle Antifaschist_innen schon jetzt dazu auf, am 1. Mai alles daran zu setzen, dass die schleswig-holsteinische Neonaziszene, wie schon bei ihrem letzten kläglichen Gehversuch in Neumünster am 21. August 2010, nicht einen Meter weit ihre menschenverachtende Hetze auf die Straße tragen kann, sondern endgültig dort verschwindet, wo sie hingehört: In der historischen Versenkung.

Kein Raum für Rassisten, Nationalisten, Antisemiten – den NPD-Wahlkampf sabotieren! Naziaufmarsch am 1. Mai in NMS verhindern!

MEDIENBERICHTE:

http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/hoehepunkt-im-npd-wahlkampf
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/npddemo111.html
http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//rechtsextreme-planen-mai-demo-in-neumuenster.html

More info as soon as possible:
antifa-kiel.org | antifanms.blogsport.de

„Club 88″-Feier und NPD-Kundgebung am 29.10. in NMS

Am Mittag des 29.10.11 fand in der Neumünsteraner Innenstadt ein Infotisch der NPD statt. Abends feierten dann ca. 80 Neonazis um Christiane Dolscheid und Alexander Hardt das 15-jährige Bestehen des „Club 88″ in Neumünster-Gadeland.

Bereits am 1.10.11 fand auf dem Großflecken eine antifaschistische Kundgebung gegen den „Club 88″ statt, an der sich bis zu 50 AntifaschistInnen beteiligten.

Im folgenden dokumentieren wir einen Artikel von blick nach rechts über die Neonazi-Feier:

„Anlaufpunkt für Freunde der Bewegung“
Von Andreas Speit

In Neumünster feierte der Neonazi-„Club 88“ sein 15-jähriges Jubiläum.

Bis 4.00 Uhr morgens ging die Party. Beste Stimmung soll im „Club 88“ unter den Gästen geherrscht haben. Am vergangen Samstag feierte die braune Szene das 15-jährige Bestehen ihres Zentrums in Neumünster. In der schleswig-holsteinischen Stadt dürfte eines der ältesten Neonazi-Zentren in der bundesdeutschen Republik bestehen. „Gelungene Feier“ schreibt später Alexander von dem Club-Team auf „Mein-SH-Info“.

Auf der Szenewebsite hat das Team um die offizielle Club-Betreiberin Christiane Dolscheid Bilder von der geschlossenen Veranstaltung veröffentlicht. Bestens ausgelassen und gut gelaunt erscheinen die Gäste. Bei den Aufnahmen, speziell von den Frauen, wurden zum Teil die Gesichter entfremdet. Auf der Straße, in der Schule, an der Ausbildungsstelle oder bei der Arbeit möchten die Freundinnen und Freunde des Clubs mit dem eindeutigen Zahlenbekenntnis „Heil Hitler“ wohl nicht erkannt werden.

„Ein rauschendes Fest bis zum nächsten Morgen“

Bei der Anreise zu dem Club mit Außengelände im Stadtteil Gadeland wurden die Club-Besucher von Polizisten kontrolliert. Die Polizei wollte so erfassen, wer anreiste, sagte ein Sprecher der Presse. Und sie wollte so auch „den Zulauf“ begrenzen. Denn Dolscheid hatte 80 Gäste angekündigt. Nur wer eine Einladung vorweisen konnte, durfte durch die Kontrollen. Sechs Personen blieben trotzdem draußen. In ihren Fahrzeugen stellten die Beamten Messer und Schlagstöcke sicher.

Die anderen Gäste nahmen es locker hin. Alexander spricht gelassen auf „Mein-SH-Info“ von zurückhaltendem polizeilichen Handeln. „Mit Fleisch vom Grill und Getränken, zum üblich kameradschaftlichen Kurs, wurde aus der kleinen Feier schnell ein rauschendes Fest bis zum nächsten Morgen“ schwärmt er und freut sich auch darüber, „alte Kameraden“ begrüßt haben zu können, die lange nicht mehr da waren.

An dem Abend waren allerdings laut Polizei nicht alle eingeladenen Personen gekommen. In den vergangen Jahren nahm der Zulauf zu dem Club deutlich ab. Zu Jubiläen waren früher schon mal an die 400 Gäste erschienen. Dass es jetzt weniger als 80 Personen waren, sagt aber nicht viel über die örtliche Szene aus. Das 15-jährige Bestehen des „Clubs 88“ wollten Christiane Dolscheid und ihr Team offenbar gar nicht sehr groß feiern.

Mischszene aus Neonazis und Rocker

Der Zulauf zum Club am Stadtrand in Neumünster ist rückläufig, weil es schon seit längerer Zeit in der Stadtmitte mit der Gaststätte „Titanic“ einen weiteren Szene-Treffpunkt gibt. Neonazis und Rocker sollen hier immer wieder verkehren. Mit der Hinwendung von Peter Borchert zum Rockerclub „Bandidos“ hat sich diese Mischszene entwickelt. Bevor Borchert sich stark bei den „Bandidos“ engagierte, war er mal NPD-Landeschef, Mit-Club-Betreiber und Kameradschaftskader. Manch weiterer Club-Gänger verkehrt längst in beiden Milieus. Alexander, der mit Nachname Hardt heißt, trägt auch die Kutte der „Bandidos“.

Die Stadt versuchte vor Jahren, der „Club 88“-Betreiberin Christiane Dolscheid die Konzession zu entziehen, scheiterte aber vor Gericht. Ein Grund: Dolscheid, die die „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ mitbegründete, ist nicht vorbestraft. Vor dem Laden ist es bisher auch nicht zu Vorfällen gekommen, die eine Schließung ermöglicht hätten. Das Club-Team scheint seine Besucherinnen und Besucher darauf eingeschworen zu haben, sich vor der „eigenen Tür“ zurückzuhalten.

Im Laufe der Jahre haben immer wieder Antifa-Initiativen gegen den „Club 88“ protestiert und vor dem Erstarken der Szene gewarnt. Auf „Mein-SH-Info“ schreibt Alexander zu der Auseinandersetzung mit der Stadt und den Gegenaktionen von Antifa-Initiativen: „Die Betreiberin Christiane hat es geschafft über 15 Jahre, trotz Antifahetze, Polizeirepression und zeitweiligem Konzessionsentzug, mit dem Club 88 einen Anlaufpunkt für Jung und Alt, für Aktivisten und Freunde der Bewegung zu schaffen.“ Von einer möglichen Schließung mag in der Stadt keiner reden.